Trompete

Aktuell / Winterfeier 2018

Winterfeier: "Wir machen Musik und Theater!"

Der MV belässt es nicht nur beim Altbewährten: so begrüßte Vorstand Wolfgang Götz erstmals die Gäste der Winterfeier im Duett mit Andrea Götz singend mit dem Titel „Wir machen Musik“ und übergab dann das Wort an den Vorstandskollegen Traugott Bruskowski, der in gewohnter Manier unterhaltsam und auch mit gekonnten Bezügen zum Weltgeschehen durch das Programm führte. Mit dem Welthit von Petula Clark „Downtown“ stimmten die Musiker unter der Leitung ihres Dirigenten Jürgen Bäuerle einen festlich beschwingten Lobgesang auf das bunte Treiben in der City von New York an und entführten die Zuhörer anschließend mit temperamentvollen Rhythmen in die Hauptstadt Kataloniens, Barcelona. Im folgenden Programm stellten Dirigent und Orchester gekonnt unter Beweis, dass sie in jeder musikalischen Stilrichtung zu Hause sind, seien es traditionelle Blasmusik, lateinamerikanische Rhythmen oder aktuelle Popsongs. Letztere Stilrichtung wurde gekonnt mit den Klassikern der Popgruppe „Coldplay“ dargeboten und diese schwungvollen Songs wie „Viva la Vida“ entlockten den Zuhörern begeisterten Applaus. Eine kurze Pause zwischen den Musikstücken nutze Bruskowski, um Jungmusikerin Leonie Grünbacher für ihre erfolgreiche Teilnahme beim Jungmusikerleistungsabzeichen in Bronze zu ehren.

Mit den heißen Rhythmen des Medleys „Latin Gold“ führten die Musiker ihr Programm überzeugend fort und setzten anschließend mit dem Polka-Klassiker „Auf der Vogelwiese“ einen pointierten Kontrapunkt. Beim musikalischen Höhepunkt des Abends, der festlich-dynamischen Komposition „Pasadena“, überzeugten sowohl Orchester als auch Saxofonsolist Fabian Grünbacher. In einer weiteren Pause wurden Katrin Fettig sowie Nicolai Joram für 10-jährige Zugehörigkeit in der Kapelle geehrt, sowie Martin Fettig gar für 35- jährige Zugehörigkeit. Außerdem erhielten Martin Fettig und Martin Boos für besonderen Probenfleiß eine kleine Auszeichnung. Seit sieben Jahren aus der Winterfeier nicht mehr wegzudenken: die musikalischen Schmankerl, mit denen Dirigent und Musiker ihr Publikum schon vor dem Theaterstück in ausgelassene Stimmung versetzen wollen. In diesem Jahr sorgte das witzig-unterhaltsame Stück „Sandpaper Ballet“, ein Solostück für Schmirgelpapier, für heftige Lacher und viel Applaus. Denn wenn drei mehr oder weniger grazile Ballerinas (Nico Boos, Alex Fettig, Fabian Grünbacher) im Tütü mit Maurerkelle und Schneeschippe bewaffnet pointierte Rhythmen schmirgeln, ist der Spaß vorprogrammiert. Mit dem Marsch „Berliner Luft“ verabschiedeten sich Dirigent und Orchester schmissig-beschwingt von ihrem Publikum, durften aber erst nach einer weiteren Zugabe und unter viel Applaus die Bühne verlassen.

Nach der anschließenden Pause sorgte die vereinseigene Theatergruppe mit dem Stück „Zoff übber de Gardehar“ mit viel Spielwitz für beste Unterhaltung: Grundverschiedene Familien im Reihenhaus Zaun an Zaun, überbehütete Kinder, eine redselige Nachbarin, eine Gartenparty mit zu viel Alkohol und Opas Schlitzohrigkeit… mehr braucht es nicht, um das Szenario „Nachbarschaftsstreit“ in allen seinen humorigen Facetten auf die Bühne zu bringen. Die Familien Butzer und Engerling, die dem einfachen Arbeiter- bzw. mittleren Beamtenmilieu zuzurechnen sind, liegen immer wieder im Clinch. Besonders bunt treibt es Opa Max Butzer (Wolfgang Reiß), der sich von den hochnäsigen Nachbarn die Zeitung „borgt“, deren „Englischen Rasen“ mit Kirschkernen bespuckt und auch mit lautstarker Blasmusik vom Band nicht spart. Das nervt natürlich Familie Engerling, allen voran die akkurate Frau des Hauses, Klara (Regina Fettig), die teils vergeblich bemüht ist, sowohl Ehemann Gustav (Franz Weßbecher), als auch Sohn Boris (Maik Grünbacher) unter ihrer gestreng kleinbürgerlichen Fuchtel zu behalten. Ihnen gegenüber, auf der anderen Seite des Zauns, steht die leicht „prollig“ anmutenden Familie Butzer: das fitness- und grillbegeisterte Familienoberhaupt Otto (Jürgen Potsch), vor dem keine Bierflasche sicher ist, Ehefrau Dora (Christiane Bitterwolf), die stets um Deeskalation bemüht ist und an ihrer aufmüpfigen Tochter Clarissa (Rebecca Bruskowski) verzweifelt. Diese wiederum verleitet Nachbar Gustav durch ihr freizügiges Outfit zu allzu neugierigen Blicken über den Zaun, was Ehefrau Klara nun gar nicht behagt. Eine gemeinsame Gartenparty soll die Spannung etwas lösen, doch da fängt das Chaos erst richtig an: Mit zunehmendem Bowlekonsum steigt die Stimmung (herrlich anzusehen die betrunkene Klara) und fallen die Hemmungen und es kommen Wahrheiten auf den Tisch, die man besser nicht ausgesprochen hätte. Zudem machen sich die „Nachbarskinder“ Clarissa und Boris gemeinsam aus dem Staub, um spät in der Nacht von einem Polizisten (Gebhard Fettig), der sie beim Besprayen einer Scheune erwischt hat, wieder in die Obhut der Eltern übergeben zu werden. Diese sind entsetzt von dieser Entwicklung, weisen, angestachelt von der nervigen Dorftratschen Frau Plöschl (Lucy Schindele), dem jeweils andern Kind die Schuld zu. Doch die beiden Jugendlichen Clarissa und Boris haben inzwischen eine für alle überraschende Lösung gefunden: sie gründen gemeinsam mit anderen Jugendlichen eine Dorf-WG, in die durch einen klugen Schachzug auch der pfiffige Opa („der hat die Kohle“) einziehen darf!

Das Publikum war begeistert von den pfiffigen Sprüchen und humorigen Einlagen, mit denen das Stück auftrumpfte, und spendete nicht nur den überzeugenden Laiendarstellern, sondern auch Regisseur Patrick Wild, Snezana Capurelovic (Maske, Requisite) und Brigitte Fettig (Bühnenbild) tosenden Applaus. Traugott Bruskowski bedankte sich für die gelungene Vorstellung und ließ sich vom Publikum bestätigen, dass alle jetzt schon darauf brennen, die „tolle Truppe“ im Januar 2019 wieder auf der Bühne zu sehen. Zudem wurde Franz Weßbecher für 30-jährige Mitwirkung in der Theatergruppe auf ganz besondere Weise geehrt: seine Schauspielerkollegen überreichten ihm eine passend abgestimmte Bierkollektion! Anschließend sorgten die Musiker bis weit nach Mitternacht nochmals für die musikalische Unterhaltung ihrer ausdauernden Gäste. Die Verwaltung des MV Steinmauern möchte sich bei allen Akteuren, den Helfern in der Küche und hinter der Theke, dem Ehepaar Melchert für die Tombola und Brigitte Fettig für die Tischdekoration bedanken. Ein besonderer Dank gilt Rainer Nold, der für die Tontechnik sowohl für Musik als auch Theater zuständig war. Und zu guter Letzt möchte sich der Musikverein natürlich vor allem bei seinen Gästen bedanken, die mit ihrem Kommen unsere Vereinsarbeit enorm unterstützt haben.

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